Zugerstrasse 56f, CH-6330 Cham Tel. 041 780 93 39               dietziker@zug-psy.ch
Lic.phil. André Dietziker Fachpsychologe für Psychotherapie FSP Eidg. anerkannter Psychotherapeut
aZP Anlass
Samstag, 20.April 2002 NEUE ZUGER ZEITUNG Gesund ist mehr als nicht krank Wie hilft Psychotherapie? Was kann sie bewirken? Diesen und anderen Fragen widmete sich am Donnerstag ein Podiums- gespräch. Herausforderung, Überforderung, Leiden, Krankheit - die Grenzen sind fliessend, ein Weg aus dem Unwohlsein nicht leicht zu finden. Ist das, was ich empfinde, normal, oder bin ich vielleicht schon krank? Psychotherapeuten sehen sich mit solchen und ähnlichen Fragen konfrontiert. Fünf Mitglieder der aZP, der assoziierten Zuger Psychotherapeuten, gaben an einem Podiumsgespräch an einem Anlass der Kolingesellschaft Zug einen Einblick in ihre Arbeit. «Gesundheit wird von der WHO wie folgt definiert», eröffnete André Dietziker, Fachpsychologe für Psychotherapie und Gesprächsleiter, den Abend: «Sie ist völliges körperliches, psychisches und soziales Wohl- befinden.» Überforderung sei heute eine Realität, bei Berufstätigen, bei Müttern und auch bei Kindern.   Gesund ist mehr als nicht krank Wann und wie die Psychotherapie helfen kann, skizzierte als erste Marie-Theres Annen. Die Fachpsychologin für Psychotherapie erklärte, dass Gesundsein nicht allein durch das Fehlen von Krankheit zu Stande komme. «Nur wer nicht einge- schränkt ist», so Annen, «oder trotz Einschränkungen die Fähigkeit zur Lebens- freude hat, ist wirklich gesund». Eine Krankheit und deren Symptome hätten immer auch eine gewisse Schutz- funktion. «In der Psychotherapie kann man lernen, wovor einen diese Symptome bewahren wollen», erklärte Annen. «Findet man das Problem und beginnt es zu lösen, verschwindet auch die Krankheit.» Interessant Annens Vorschlag zur Pro- phylaxe: «Warum nicht in der Schule das Fach Gesundheit unterrichten? Wir fra- gen leider viel zu wenig: «Warum bist du so gesund?» Ein Fallbeispiel präsentierte Psychotherapeut Paul Anton Bucher: Einen Manager, der unter starken psychosomatischen Beschwerden leidet und dank einer Gesprächstherapie aus dem Kreislauf von Versagensängsten und Überforderung ausbrechen konnte. «Störungen wie Ängste oder andere Beschwerden sind Hinweise darauf, dass man sich ändern muss.» Therapie schmerzt manchmal Einen sehr persönlichen Einblick in ihre Arbeit gewährte Marianne Zweifel: Die Psychoanalytikerin und Psychotherapeutin erzählte von der nicht immer einfachen Arbeit mit einer Patientin, die unter Zwängen leidet. «Psychotherapie ist ein bisschen wie der Gang zum Zahnarzt: Die geleistete Arbeit tut weh, und dann schmerzt auch noch das Portemonnaie beim Zahlen.» Zweifel schnitt damit einen wunden Punkt an. Psychotherapie wird nämlich nur sehr selten von der Krankenkasse finanziert, und wenn, dann nur im Rahmen einer Zusatzversicherung. Ebenfalls sehr bewegend war das Referat von Psychologin Beata Huber, die Familien mit einem krebskranken Kind begleitet. «Psycho- therapie heilt keinen Krebs. Das zu sagen, wäre vermessen», so Huber. «Aber sie ermöglicht einen Austausch zwischen Familienmit- gliedern, gibt Kraft und zeigt den Beteiligten, dass sie normal sind.» Die anschliessende Diskussion wurde von einigen Besucherinnen und Besuchern für Fragen genutzt und half, ganz im Sinne der Orga- nisatoren und Mitwirkenden, das Tabu um die Psychotherapie zu lockern. Zum perfekten Menschen wird man, so waren sich alle Refe- rierenden einig, durch keine Therapie. Aber sie hilft, dass aus Herausforderung keine Überforderung wird.
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